Montag, 12. Mai 2008

Sightseeing in Göteborg

Am ersten Maiwochenende war meine Familie zu besuch, was mir die Gelegenheit gab, auch die letzten Attraktionen von Göteborg zu erleben.

Wir waren im „Läppstiftet“, das ist ein rot-weißes Hochhaus am Yachthafen. Im obersten Stock befindet sich eine Aussichts-Plattform, von der aus man einen Rundblick über die Stadt hat. Bis zum offenen Meer kann man zwar auch von dort nicht sehen, aber die Aussicht lohnt sich trotzdem.

Außerdem habe ich es nun auch geschafft, eine „Paddan“- Rundfahrt zu machen. Das sind kleine flache Boote, mit denen Touristen über die Kanäle und den Hafen schippern. Während der etwa 50 min Fahrt bekommt man einige Informationen über die Sehenswürdigkeiten, in unserem Fall auf Schwedisch und Englisch, teilweise ohne erkennbaren Übergang. Und ein Bisschen bewegen darf man sich auch, da einige Brücken, die die Kanäle überspannen doch sehr niedrig sind. Allerdings war der Wasserstand letztes Wochenende wohl nicht besonders hoch, denn so wirklich eng wurde es nie, auch wenn Kopf einziehen durchaus ratsam war.

Auch der Ausflug auf die Schären war wieder sehr schön, die vier größten Inseln habe ich nun alle besucht.


Am Donnerstag habe ich mir dann mit Christoph eine weitere Sehenswürdigkeit Göteborgs genauer angeschaut: Wir waren in der Oper. Der letzten Aufführung von „Figaros Bröllop“ (Figaros Hochzeit) haben wir vom dritten Range aus zugesehen. Und das sind wohl etwa 18 m über der Bühne, denn laut Info-Broschüre ist der Saal 22 m hoch. Die Ränge liegen direkt übereinander und unsere Plätze waren vermutlich die höchsten im ganzen Theater. Aber die Akustik war dennoch beeindruckend. Und dank einer kleinen Anzeigetafel über der Bühne konnten wir der schwedischen Aufführung gut folgen. Es waren vielleicht nicht die besten Plätze in der Oper, da man die Mimik der Sänger nicht wirklich sehen konnte, aber es war auf jeden Fall ein wunderbares Erlebnis. Und so weit oben über Bühne und Orchestergraben zu sitzen, das hatte auch was…

Gestern (Sonntag) habe ich dann noch eine kleine Fahrrad-Tour gemacht, um das sommerliche Wetter zu genießen. Ich bin zum Botanischen Garten gefahren und habe wie viele Schweden diese wunderschöne Parkanlage genossen. Und ganz viele neue Lieblingsplätze entdeckt! Denn im ganzen Park verteilt, egal ob an den großen asphaltierten Wegen oder entlang der kleinen Trampelpfade stehen Bänke und egal, ob man an einem der Teichs oder hoch oben im Felsengarten sitzt, die Aussicht ist immer wunderbar. Man kann so leicht vergessen, dass man eigentlich in einer Großstadt ist. Und im Gegensatz zu vielen Parks in Deutschland ist hier das Betreten der meisten Grünanlagen nicht verboten, was dazu führt, dass überall Sonnenanbeter und „Picknicker“ zu treffen sind.
Da zwar schon einiges aber noch nicht alles geblüht hat, werde ich diesem Park in den nächsten Wochen bestimmt noch mal einen Besuch abstatten!


Sonntag, 11. Mai 2008

Cortège!

Am 30. April war es hier in Göteborg soweit: Karneval! Zwar ohne Süßigkeiten und Alkohol auf den Wagen, aber dennoch ein großer Umzug mit fast 300.000 Zuschauern in der Göteborger Innenstadt.

Veranstaltet wird dieses Spektakel nun seit 99 Jahren von Studenten der Chalmers Tekniska Högskola. Und durch besondere Vereinbarungen mit dem Organisations-Komitee durften auch die internationalen Studenten einen Wagen bauen, und ich war dabei…

Angefangen hat alles 10 Tage zuvor mit feierlicher Eröffnung des Bauplatzes. Leider habe ich das verpasst, da ich noch in Stockholm war. Da der Wettergott in der Bauphase und auch während des Umzugs aber sehr gnädig war, wird mir der Cortège dennoch in guter Erinnerung bleiben. Alle Studenten, die an einem Wagen bauen, müssen weiße Kittel tragen, wenn sie den Bauplatz betreten wollen und andere Annehmlichkeiten, wie Freibier und freien Eintritt in Bierzelt und Uni-Club genießen wollen. Für 10 Tage ist der Campus also von gut 500 Kittel tragenden Studenten beherrscht. Die verschiedenen Teams haben ihre Wagen auch in ganz unterschiedlichem Tempo gebaut. Einige haben gleich zu Beginn einen Großteil der Arbeit vollbracht, andere haben die ersten Tage mit Freibier in der Sonne gefaulenzt um dann auf den letzten Drücker noch schnell einen Wagen zusammen zu bauen.

Das Motto unseres Wagens war „Facebook“ und wie diese harmlos wirkende Internetseite all unsere Informationen aufsaugt und uns an die Monitore fesselt um auch die letzten Privaten Details weiterzugeben. Das internationale Team bestand übrigens aus 3 Franzosen, 1 Italienerin, 2 Mexikanern, 1 Esten, 5 Chinesen, 2 Bangladescher, 2 Schweden und außer mir nur einem weiteren Deutschen. Also eine ziemlich bunte Mischung, mit der ich auf der Baustelle aber auch während des Abendprogramms viel Spaß hatte.

Der Umzug selbst findet jedes Jahr an „Valborg“ am frühen Abend statt. Auf dem Wagen durch die Stadt zu fahren, war sehr beeindruckend und manchmal auch etwas beängstigend, wenn sich an zentralen Plätzen in der Stadt doch sehr große Menschenmengen sammeln, um den Zug anzuschauen. Nach dem Abreißen des Wagens und Aufräumen endet das Spektakel für die Studenten mit der größten Party des Jahres (etwa 4000-5000 Studenten). Wie passend, dass der 1. Mai auch in Schweden ein Feiertag ist.