Am 30. April war es hier in Göteborg soweit: Karneval! Zwar ohne Süßigkeiten und Alkohol auf den Wagen, aber dennoch ein großer Umzug mit fast 300.000 Zuschauern in der Göteborger Innenstadt.
Veranstaltet wird dieses Spektakel nun seit 99 Jahren von Studenten der Chalmers Tekniska Högskola. Und durch besondere Vereinbarungen mit dem Organisations-Komitee durften auch die internationalen Studenten einen Wagen bauen, und ich war dabei…
Angefangen hat alles 10 Tage zuvor mit feierlicher Eröffnung des Bauplatzes. Leider habe ich das verpasst, da ich noch in Stockholm war. Da der Wettergott in der Bauphase und auch während des Umzugs aber sehr gnädig war, wird mir der Cortège dennoch in guter Erinnerung bleiben. Alle Studenten, die an einem Wagen bauen, müssen weiße Kittel tragen, wenn sie den Bauplatz betreten wollen und andere Annehmlichkeiten, wie Freibier und freien Eintritt in Bierzelt und Uni-Club genießen wollen. Für 10 Tage ist der Campus also von gut 500 Kittel tragenden Studenten beherrscht. Die verschiedenen Teams haben ihre Wagen auch in ganz unterschiedlichem Tempo gebaut. Einige haben gleich zu Beginn einen Großteil der Arbeit vollbracht, andere haben die ersten Tage mit Freibier in der Sonne gefaulenzt um dann auf den letzten Drücker noch schnell einen Wagen zusammen zu bauen.
Das Motto unseres Wagens war „Facebook“ und wie diese harmlos wirkende Internetseite all unsere Informationen aufsaugt und uns an die Monitore fesselt um auch die letzten Privaten Details weiterzugeben. Das internationale Team bestand übrigens aus 3 Franzosen, 1 Italienerin, 2 Mexikanern, 1 Esten, 5 Chinesen, 2 Bangladescher, 2 Schweden und außer mir nur einem weiteren Deutschen. Also eine ziemlich bunte Mischung, mit der ich auf der Baustelle aber auch während des Abendprogramms viel Spaß hatte.
Der Umzug selbst findet jedes Jahr an „Valborg“ am frühen Abend statt. Auf dem Wagen durch die Stadt zu fahren, war sehr beeindruckend und manchmal auch etwas beängstigend, wenn sich an zentralen Plätzen in der Stadt doch sehr große Menschenmengen sammeln, um den Zug anzuschauen. Nach dem Abreißen des Wagens und Aufräumen endet das Spektakel für die Studenten mit der größten Party des Jahres (etwa 4000-5000 Studenten). Wie passend, dass der 1. Mai auch in Schweden ein Feiertag ist.

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