Julia in Schweden

Freitag, 6. Juni 2008

Göteborg im Sommer

Wenn ich so an die letzten Wochen zurückdenke, ist einiges passiert, aber viel wichtiger ist, was nicht passiert ist: Regen. Es hat seit Wochen nicht mehr geregnet und die letzen zwei Wochen sind es auch immer über 20 °C gewesen, sodass ich passend nach Ende der Vorlesungen viel Gelegenheit hatte, Göteborg auch noch einmal im Sommer zu genießen.

Das bedeutet viele Grillabende am See oder im Park oder wie gestern ein Abschiedsgrillen bei mir im Wohnheim, denn ich werde gleich noch für ein paar Tage in den Urlaub an den Strand fahren und dann bin ich nächste Woche auch schon wieder zurück in Deutschland…

Am Delsjön, das ist ein See, etwa 45 min zu Fuß von meinem Wohnheim entfernt, kann man nicht nur schön grillen sondern auch baden. Allerdings war ich immer erst etwas später am Abend dort, und ohne viel Sonne war mir das Wasser dann doch noch zu kalt. Um die kurzen aber doch etwas kühleren schwedischen Nächte (man kann die Sonne zumindest immer erahnen) gut draußen zu verbringen habe wir auch mal ein Lagerfeuer gemacht und Marshmallows gegrillt!

Besonders schön war auch der Ausflug auf die Schären am letzten Wochenende. Da war es mir dann auch warm genug um ins Meer zu gehen. Und auf den Felsen am Strand habe ich mir doch dann tatsächlich einen leichten Sonnenbrand geholt. Hätte nicht gedacht, dass mir das in Schweden noch passiert…



Am Mittwoch war ich auch endlich noch einmal im Slottskogen und konnte neben den riesigen Rhododendren auch die Elch-Babys bewundern. Die sind ja wirklich so süß mit ihren kleinen Körpern auf viel zu langen Beinen.

Anschließend haben Ruben, Christoph, Michael und ich dann auch noch eine Run de Frisbee-Golf gespielt. Eine Sportart, die mir wie erwartet nicht wirklich liegt, aber dennoch sehr lustig! Leider sind Flip-Flops dafür keine passende Fußbekleidung, zumindest nicht wenn der Golfplatz im Wald liegt. Daher werde ich jetzt mit einem großen Pflaster am Zeh in den Urlaub hinken!

Ganz liebe, vermutlich letzte Grüße aus dem sonnigen Göteborg!

Montag, 12. Mai 2008

Sightseeing in Göteborg

Am ersten Maiwochenende war meine Familie zu besuch, was mir die Gelegenheit gab, auch die letzten Attraktionen von Göteborg zu erleben.

Wir waren im „Läppstiftet“, das ist ein rot-weißes Hochhaus am Yachthafen. Im obersten Stock befindet sich eine Aussichts-Plattform, von der aus man einen Rundblick über die Stadt hat. Bis zum offenen Meer kann man zwar auch von dort nicht sehen, aber die Aussicht lohnt sich trotzdem.

Außerdem habe ich es nun auch geschafft, eine „Paddan“- Rundfahrt zu machen. Das sind kleine flache Boote, mit denen Touristen über die Kanäle und den Hafen schippern. Während der etwa 50 min Fahrt bekommt man einige Informationen über die Sehenswürdigkeiten, in unserem Fall auf Schwedisch und Englisch, teilweise ohne erkennbaren Übergang. Und ein Bisschen bewegen darf man sich auch, da einige Brücken, die die Kanäle überspannen doch sehr niedrig sind. Allerdings war der Wasserstand letztes Wochenende wohl nicht besonders hoch, denn so wirklich eng wurde es nie, auch wenn Kopf einziehen durchaus ratsam war.

Auch der Ausflug auf die Schären war wieder sehr schön, die vier größten Inseln habe ich nun alle besucht.


Am Donnerstag habe ich mir dann mit Christoph eine weitere Sehenswürdigkeit Göteborgs genauer angeschaut: Wir waren in der Oper. Der letzten Aufführung von „Figaros Bröllop“ (Figaros Hochzeit) haben wir vom dritten Range aus zugesehen. Und das sind wohl etwa 18 m über der Bühne, denn laut Info-Broschüre ist der Saal 22 m hoch. Die Ränge liegen direkt übereinander und unsere Plätze waren vermutlich die höchsten im ganzen Theater. Aber die Akustik war dennoch beeindruckend. Und dank einer kleinen Anzeigetafel über der Bühne konnten wir der schwedischen Aufführung gut folgen. Es waren vielleicht nicht die besten Plätze in der Oper, da man die Mimik der Sänger nicht wirklich sehen konnte, aber es war auf jeden Fall ein wunderbares Erlebnis. Und so weit oben über Bühne und Orchestergraben zu sitzen, das hatte auch was…

Gestern (Sonntag) habe ich dann noch eine kleine Fahrrad-Tour gemacht, um das sommerliche Wetter zu genießen. Ich bin zum Botanischen Garten gefahren und habe wie viele Schweden diese wunderschöne Parkanlage genossen. Und ganz viele neue Lieblingsplätze entdeckt! Denn im ganzen Park verteilt, egal ob an den großen asphaltierten Wegen oder entlang der kleinen Trampelpfade stehen Bänke und egal, ob man an einem der Teichs oder hoch oben im Felsengarten sitzt, die Aussicht ist immer wunderbar. Man kann so leicht vergessen, dass man eigentlich in einer Großstadt ist. Und im Gegensatz zu vielen Parks in Deutschland ist hier das Betreten der meisten Grünanlagen nicht verboten, was dazu führt, dass überall Sonnenanbeter und „Picknicker“ zu treffen sind.
Da zwar schon einiges aber noch nicht alles geblüht hat, werde ich diesem Park in den nächsten Wochen bestimmt noch mal einen Besuch abstatten!


Sonntag, 11. Mai 2008

Cortège!

Am 30. April war es hier in Göteborg soweit: Karneval! Zwar ohne Süßigkeiten und Alkohol auf den Wagen, aber dennoch ein großer Umzug mit fast 300.000 Zuschauern in der Göteborger Innenstadt.

Veranstaltet wird dieses Spektakel nun seit 99 Jahren von Studenten der Chalmers Tekniska Högskola. Und durch besondere Vereinbarungen mit dem Organisations-Komitee durften auch die internationalen Studenten einen Wagen bauen, und ich war dabei…

Angefangen hat alles 10 Tage zuvor mit feierlicher Eröffnung des Bauplatzes. Leider habe ich das verpasst, da ich noch in Stockholm war. Da der Wettergott in der Bauphase und auch während des Umzugs aber sehr gnädig war, wird mir der Cortège dennoch in guter Erinnerung bleiben. Alle Studenten, die an einem Wagen bauen, müssen weiße Kittel tragen, wenn sie den Bauplatz betreten wollen und andere Annehmlichkeiten, wie Freibier und freien Eintritt in Bierzelt und Uni-Club genießen wollen. Für 10 Tage ist der Campus also von gut 500 Kittel tragenden Studenten beherrscht. Die verschiedenen Teams haben ihre Wagen auch in ganz unterschiedlichem Tempo gebaut. Einige haben gleich zu Beginn einen Großteil der Arbeit vollbracht, andere haben die ersten Tage mit Freibier in der Sonne gefaulenzt um dann auf den letzten Drücker noch schnell einen Wagen zusammen zu bauen.

Das Motto unseres Wagens war „Facebook“ und wie diese harmlos wirkende Internetseite all unsere Informationen aufsaugt und uns an die Monitore fesselt um auch die letzten Privaten Details weiterzugeben. Das internationale Team bestand übrigens aus 3 Franzosen, 1 Italienerin, 2 Mexikanern, 1 Esten, 5 Chinesen, 2 Bangladescher, 2 Schweden und außer mir nur einem weiteren Deutschen. Also eine ziemlich bunte Mischung, mit der ich auf der Baustelle aber auch während des Abendprogramms viel Spaß hatte.

Der Umzug selbst findet jedes Jahr an „Valborg“ am frühen Abend statt. Auf dem Wagen durch die Stadt zu fahren, war sehr beeindruckend und manchmal auch etwas beängstigend, wenn sich an zentralen Plätzen in der Stadt doch sehr große Menschenmengen sammeln, um den Zug anzuschauen. Nach dem Abreißen des Wagens und Aufräumen endet das Spektakel für die Studenten mit der größten Party des Jahres (etwa 4000-5000 Studenten). Wie passend, dass der 1. Mai auch in Schweden ein Feiertag ist.



Samstag, 26. April 2008

Ein letztes Mal Stockholm (17.04. - 21.04.2008)

Am vergangenen Wochenende war ich noch einmal zu Besuch bei Roman in Stockholm. Und da nun auch in Schweden endlich der Frühling angekommen ist, konnten wir die Stadt bei Sonnenschein und blauem Himmel genießen. Neben Spaziergängen durch die diversen Stadtteile und dem ersten Eis in diesem Jahr, haben wir aber auch einige Sehenswürdigkeiten der Stadt besucht.

Wir waren im Schloss, doch leider waren die Repräsentationsräume wegen eines offiziellen Anlass geschlossen, sodass wir uns das Museum über das Ende des 17. Jahrhunderts abgebrannten Schlosses „Tre Kronor“ angeschaut haben.

Im Nobel-Museum haben wir durch eine Führung viel über die Geschichte der Nobelpreise und einige kleine Geschichten über die Preisträger erfahren. Außerdem gibt es in dem Museum ein Café mit sehr interessanten Stühlen. Da es nämlich zu Beginn kein Gästebuch gab, hat einer der ersten offiziellen Gäste, Bill Clinton, einfach auf der Unterseite eines Stuhls unterschrieben. Und das machen nun auch alle anderen offiziellen Besucher und natürlich auch die Preisträger. Beim Rausgehen konnten wir es also nicht sein lassen und haben mal ein paar Stühle angehoben und doch tatsächlich den „Ur-Stuhl“ mit der Unterschrift von Bill Clinton entdeckt. Ist ein Bisschen so wie das Spiel „Zauberwald“, bei dem man kleine Bäumchen anheben muss…

Das Stadshuset, also das Rathaus von Stockholm, in dem das jährliche Bankett anlässlich der Vergabe der Nobelpreise stattfindet, konnten wir leider nicht besichtigen, da wir die letzte Führung verpasst haben. Dafür haben wir aber den zugehörigen Turm bestiegen und die wunderbare Aussicht über Stockholm genossen.

Im schwedischen Parlament (Riksdagen) haben wir dann ganz ambitioniert an der schwedischen Führung teilgenommen. Die Sprache war auch kein Hindernis, nur auf Fragen nach der Zusammensetzung des Parlaments und anderen Details der schwedischen Politik konnten wir nicht antworten. Das ging aber auch einigen Schweden so! Informativ war dieser Besuch auf jeden Fall, denn so haben wir z.B. gelernt, dass die Abgeordneten im Plenarsaal nicht nach Fraktionen zusammensitzen sondern noch Wahlkreisen bzw. Regionen.


Für meinen vermutlich letzten Besuch in Stockholm hat sich das Wetter wirklich angestrengt, die Stadt sieht mit blauem Himmel noch viel schöner aus, als mit dem Grau, dass ich während meiner ersten Besuche erleben durfte. Und hell ist es jetzt ja auch wieder. Nur die Königsfamilie habe ich immer noch nicht gesehen. Dann müssen die Bernadottes eben mal nach Göteborg kommen!

Montag, 14. April 2008

24 Stunden Oslo

Kaum war die erste Woche Uni vorbei, habe ich mich schon wieder auf große Fahrt begeben. Mit Vera, eine Schulfreundin aus Deutschland, und ihrem Freund Santtu (Finne/Schwede) bin ich letzte Woche Samstag (05.04.08) früh morgens nach Oslo gefahren. Die zwei haben mich vorher zwei Tage hier in Göteborg besucht und mich dann in Santtus Auto mitgenommen. In Oslo haben wir noch Laia, eine spanische Freundin von Vera aus Lappis-Zeiten (Wohnheim in Stockholm) getroffen, die nun in Norwegen lebt und arbeitet.
Dank dem Auto konnten wir in der kurzen Zeit, die wir in Oslo verbracht haben (1 Übernachtung), Power-Sightseeing zu neuen Dimensionen erweitern.

Am Samstag bei noch schönem Wetter sind wir zunächst in den Vigelandspark gegangen. Hier sind hunderte Skulpturen des Bildhauers Gustav Vigeland zu bewundern. Da man aus diesem Park die Skisprungschanze Holmenkollen sehen kann, stand unser nächstes Ziel fest. Die Schanze war immerhin noch teilweise mit Schnee bedeckt und nun bin ich mir auch ganz sicher, das Skispringen keine Sportart für mich ist: Die Schanze ist doch höher und steiler als man das im Fernsehen sieht. Von der Schanze, die oberhalb der Stadt liegt, hatten wir auch eine wunderbare Aussicht über Oslo und den Oslo-Fjord. Anschließend habe wir das Auto dann an unserer Jugendherberge/Hotel abgestellt und das nur etwa 10 min entfernte Stadtzentrum zu Fuß erkundet. Zwischen dem Parlament und dem Schloss liegen viele (teuere) Restaurants und natürlich tummeln sich hier auch die Touristen. Schließlich kann man hier auch noch das Nationaltheater und die Universität bewundern. Da Wochenende war und wir auch nicht wirklich viel Zeit hatten, haben wir diese Bauwerke leider nur von außen bewundert. Unser Stadtspaziergang hat uns dann weiter zum Hafen geführt. Hier ist ein sehr modernes Stadtviertel entstanden und die neue Osloer Ausgehmeile für Leute mit Geld. Ein Bier (0,4 l) für umgerechnet etwa 7 € haben wir uns aber auch gegönnt und den Sonnenuntergang am Yachthafen genossen.

Am Sonntag war das Wetter leider nicht mehr so toll, dennoch sind wir noch einmal los, um die Oper anzuschauen. Der moderne weiße Bau ist wirklich beeindruckend und wurde am vergangenen Samstag (12.04) erst eröffnet. Bevor mein Bus zurück nach Göteborg um 13:00 Uhr abfuhr war dann auch noch Zeit eins der unzähligen Osloer Museen zu besichtigen. Dafür sind wir dann noch auf die Museums-Insel Bygdøy gefahren und haben uns das Wikingerschiffmuseum angeschaut. Hier sind drei Wikingerschiffe, die als Grabstätten verwendet wurden, mit den zugehörigen Funden und Geschichten ausgestellt. Die vierstündige Rückfahrt bei leichtem Nieselregen ging am Sonntag erstaunlich schnell vorbei, ich war aber dennoch froh, dass ich am Montag keine Uni hatte…

Leider gibt es gerade Probleme mit dem Erstellen der Slide-Show, die Bilder lassen sich nicht so ordnen wie ich es gerne hätte. Hier ist aber schon mal die etwas chaotische Version. Ich werde es später noch einmal versuchen...