Samstag, 19. Januar 2008

Gaaaanz viel zu erzählen!

Nach langer Zeit gibt es hier mal wieder was von mir zu lesen und zu sehen. Während der letzten drei Wochen waren Roman und ich nämlich viel unterwegs und haben daher auch viel erlebt und gesehen. Ich hoffe, ihr habt also gerade etwas Zeit übrig. Könnte länger dauern…

Weihnachten und Silvester (24.12.2007 - 03.01.2008)

Die Weihnachtsfeiertage haben Roman und ich gemütlich hier in Göteborg verbracht. Aus Neugier und weil es irgendwie dazu gehört sind wir am 24.12. in die Kirche gegangen. Und auch hier wird an Weihnachten „Stille Nacht“ gesungen, nur eben auf Schwedisch. Die Weihnachtsfeiertage haben wir eher ruhig verbracht, was hier aber nicht so üblich ist, denn am 25.01. habe die Supermärkte schon wieder auf und am 26.12. beginnt „Mellandags-Rea“, der große Winter-Weihnachts-Schlussverkauf.

Am 28.12. sind Roman und ich dann nach Stockholm aufgebrochen um mit einigen seiner Freunde (Christina, Miika und Karoliina) Silvester zu verbringen. Da wir nur Deutsche und Finnen waren, die alle versuchen, Schwedisch zu lernen, haben wir den ganzen Abend eigentlich auch nur Schwedisch gesprochen. Nach viel zu viel aber sehr leckerem Essen sind wir dann in die Innenstadt gefahren, um das Feuerwerk über der Stadt zu bewundern. Dazu brauchten wir aber nicht bis Mitternacht warten. Schon während des Essens, so gegen 21.00 Uhr konnten wir viele Raketen bewundernd, um 24.00 Uhr hat sich nur ihre Anzahl etwas erhöht. Nach dem Anstoßen mit Sekt unter freiem Himmel sind wir wegen der Kälte und dem Wind dann noch in eine kleine Bar gegangen und haben bei wie immer teurem Bier das neue Jahr begonnen.

In den ersten Januar-Tagen waren wir zu fünft dann noch in Stockholm Schlittschuh fahren, mitten auf einem zentralen Platz in der Innenstadt mit Weihnachtsbeleuchtung.

Ich hoffe, ihr hattet auch alle einen guten Start ins neue Jahr!

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Östersund (04.01. - 06.01.2008)

Am 04.01. haben Roman und ich uns ganz früh aus dem Bett gequält um unsere Reise nach Nord-Schweden zu beginnen. Die erste Station war Östersund. Mit dem Zug ging es dann etwa 6 Stunden durch das winterlich verschneite Schweden. Die zwei Tage in Östersund haben wir in einer Jugendherberge nah am Bahnhof verbracht. Zum Glück, denn wie sich im Laufe der Reise noch rausstellen sollte, macht Koffer durch den Schnee ziehen keinen Spaß! Erst recht nicht, wenn der Splitt die Rollen blockiert. Das war aber auch das größte Problem, das wir während unserer Reise hatten.

In Östersund selbst hatten wir kein spezielles Programm und haben uns daher nur die Stadt und das verschneite Freilichtmuseum „Jamtli“ angeschaut. Begeistert waren wir vom Campus der Mittuniversitetet. Da der Storsjö (= Großer See) noch nicht ganz zugefroren war haben wir uns hier noch nicht aufs Eis gewagt. Ein Bisschen traurig waren wir dann aber auch, als wir feststellen mussten, dass wir einen Monat zu früh da waren, da Östersund Anfang Februar Austragungsort der Biathlon-WM ist.

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Åre (06.01. - 10.01.2008)

Von Östersund ging es dann weiter mit dem Zug nach Åre Ski fahren. Für drei Tage haben wir uns dann in Schwedens größtem Ski-Gebiet ausgetobt. Leider waren die Schnee-Verhältnisse noch nicht optimal, sodass wir auch hier gegen Eis und Schnee-Kanonen kämpfen mussten. Eine tolle Erfahrung war es trotzdem. Denn obwohl (für alpine Verhältnisse) nur etwa 1400 m hoch gelegen, war die Bergstation der Gondel rundherum mit etwa 50 cm Eis bedeckt und auch bei Flutlicht und etwa -12 °C Ski fahren ist was Besonderes.
Den letzten Tag in Åre haben wir dann genutzt, um den kleinen Ort noch etwas zu Fuß zu erkunden. Unter anderem waren wir auch auf dem
Åresjö spazieren.

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Kiruna und das Icehotel (11.01. - 13.01.2008)


Wieder mit dem Zug ging es dann am 10.01. abends weiter. Nach zwei Mal Umsteigen waren wir dann auch endlich im Nachtzug nach Kiruna. Und es war eine gute Entscheidung, ein ganzes Abteil zu buchen, denn mit all unserem Gepäck wäre es sonst noch viel enger geworden. Wenn man sich dann auch erstmal an das Rattern und Schaukeln gewöhnt hat, lässt es sich auch ganz gut schlafen. Den Vormittag des 11.01. haben wir dann noch in Kiruna verbracht und uns über die Pläne der Stadt, die halbe Stadt aufgrund von Spätfolgen des Erz-Abbaus innerhalb der nächsten 30 Jahre zu verlegen. Davon betroffen sind u. A. das Stadshus (mit dem Glockenturm) und die Kirche.

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Und dann ging’s endlich ins Icehotel. Das Einchecken ist hier etwas anders, denn in den Zimmern gibt es nichts außer einem Bett aus Eis und Fellen. Das Gepäck kann man in einem eigenen Schließfach verstauen und es gibt große Waschräume und Toiletten im warmen Teil des Icehotels (also in richtigen Gebäuden). Dort bekommt man auch seine Überlebensausrüstung: Stiefel, Mütze, Handschuhe, Overall und Schlafsack. Abends ist es dann ein amüsanter Anblick, wie alle Gäste in Skiunterwäsche und Schlafsack gehüllt dann schnell ins Icehotel huschen und schlafen gehen. Bevor es aber daran geht, sich nachts bei -5°C warm zu halten, kann man ausgiebig das Hotel erkunden und über die vielen „Art-Suiten“ staunen, die verschiedene Künstler gestaltet haben. Auch die Eis-Skulpturen in der Eingangshalle sind beeindruckend. Und natürlich gehört auch ein Cocktail aus dem Eis-Glas in der Eis-Bar zum Programm.
Roman und ich waren abends dann noch auf dem Fluss Torne spazieren und haben vergeblich nach Nordlichtern Ausschau gehalten. Alles, was 200 km nördlich des Polarkreises vom Himmel kam, war Schnee.

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Nachdem wir die Nacht auf Rentier-Fellen überlebt und mit warmen Preiselbeer-Saft geweckt wurden, haben wir das Frühstücksbuffet genossen und uns bei einer kleinen Führung erklären lassen, wie man so klares Eis bekommt. Zurück in Kiruna in unserer Unterkunft für die zweite Nacht, waren wir über „warme“ Betten dann aber doch sehr froh. Da wir das Stadshus schon besichtigt hatten und die Miene am Wochenende geschlossen ist, wollten wir uns noch die Kirche von Kiruna, Schwedens schönstes Gebäude 2001, ansehen, doch auch die war leider schon geschlossen.


Luleå (13.01. - 15.01.2008)

Den Abschluss unserer Reise bildete Luleå am Bottnischen Meer (nördlichster Teil der Ostsee). Hier steht ein eindrucksvoller Dom aber die Hauptattraktion zu dieser Jahreszeit ist wohl der komplett zugefrorene Hafen auf dem dann eine Eisbahn zum Schlittschuh laufen präpariert wird. Wir haben einen kleinen Teil der Strecke (etwa 4 km einmal rund um die Innenstadt) zu Fuß erkundet. Die Grill- und Rastplätze am Rand der Strecken haben uns dabei sicherlich am meisten verwundert.
Da wir keine Lust auf 20 Stunden Zugfahrt hatten und Fliegen zudem günstiger war, hat uns FlyNordic dann in weniger als 2 Stunden nach Stockholm zurückgebracht.

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So, ich habe zwar bestimmt ganz viel vergessen, aber jetzt ist es glaube ich erst mal genug und sonst habe ich auch gar nichts mehr zu erzählen, wenn ich zurückkomme.

Bleibt abschließend nur noch zu sagen, dass es ein toller und erlebnisreicher Urlaub war, aber ich froh bin, seit Mittwoch Abend wieder zu Hause in Göteborg zu sein und noch ein paar Tage Zeit zum Erholen haben, bevor die Uni am Montag wieder losgeht.

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